Zeigt her eure Füße

Zeigt her eure Füße

Auf die Suche nach den passenden Schuhen zu seiner eigenen Hochzeit sollte man sich nicht mal so nebenbei und bitte nicht erst in letzter Minute machen. Die Länge des Brautkleides kann erst angepasst werden, wenn die Braut ihr Kleid dazu trägt, und da geht es um Millimeter, ebenso wie bei der Hosenbeinlänge des Bräutigams.

Mit schönen und bequemen Schuhe kann das Hochzeitspaar den ganzen Tag schreiten, laufen und natürlich tanzen

Auf die Suche nach den passenden Schuhen zu seiner eigenen Hochzeit sollte man sich nicht mal so nebenbei und bitte nicht erst in letzter Minute machen. Die Länge des Brautkleides kann erst angepasst werden, wenn die Braut ihr Kleid dazu trägt, und da geht es um Millimeter, ebenso wie bei der Hosenbeinlänge des Bräutigams.
Beim Mann ist die Suche nach dem perfekten Schuh etwas einfacher, da die meisten für die Trauung infrage kommenden Schuhe eine nur ganz leicht variierende Sohlen- und Absatzhöhe haben. Sie sollen so wenige Nähte wie möglich zeigen und „schlicht und ergreifend“ aussehen.

Das bedeutet eine schlanke, längliche Leistenform, die vorne in einen ganz feinen Karree oder einer abgerundeten Spitze zuläuft. Möchte der Bräutigam stilvoll dezent neben seiner Liebsten weilen, so greift er zum klassischen, schwarzen Oxford, schlicht gearbeitet und gut poliert. Die für die Schnürung verantwortlichen Seitenteile sind unter dem Vorderblatt – so lautet die Bezeichnung für den vorderen Teil des Schuhs – genäht. In der Regel wird er durch fünf Schnürösen-Paare verschlossen und wirkt dann wie aus einem Guss. Dies wirkt deutlich eleganter als ein Derby, der Herrenschuh mit offener Schnürung.

„Da der Bräutigam auch tanzen möchte, sollte er unbedingt darauf achten, dass der Schuh eine Ledersohle hat“, sagt Christine Koszinowski, Gruppenleiterin der Herrenabteilung beim Schuhhaus Görtz. „Mit Gummisohlen geht das nicht.“ Außerdem quietschen sie und verhunzen jeden Anzug. Selbst zu einer Gartenparty sollte der Mann zu ledersöhligen Schuhen greifen, denn sie sehen grundsätzlich eleganter aus.

Der Gentleman trägt abends nicht braun

Einige Male zu Hause einlaufen lohnt sich bei einem neuen Paar schöner Lederschuhe immer – bei den Hochzeitsschuhen ganz besonders, denn sie werden viele, viele Stunden am Stück getragen. Nach dem stundenweisen Probelaufen verwendet man passende Schuhspanner aus Holz, um die Form zu bewahren und Querfalten vorzubeugen. Gerade bei den länglichen, schmalen Leistenformen entstehen diese sonst recht schnell. Die übliche Farbe des feinen Kalbsleders ist schwarz, passend zum schwarzen Anzug. Dunkelblaue oder braune Anzüge erfordern jedoch braunes Leder, was der wahre Gentleman abends nicht trägt. Hat sich der Bräutigam also für zwei Outfits entschieden und trägt abends Frack oder Smoking, so braucht er auch zwei Paar Schuhe.

Zu Smoking und Frack gehören auf jeden Fall schwarze Lackschuhe. „Ein Lackschuh muss sitzen“, erklärt Koszinowski. „Wir haben deshalb zwei unterschiedlich gearbeitete Modelle. Davon passt immer nur eines!“ Bei Budapester dagegen werden verstärkt Lack-Slipper als Hochzeitsschuh verlangt. Brad Pitt hat den Run danach ausgelöst, als er zu einer Oscarverleihung schwarze Lack-Slipper mit Samtband über dem Rist trug. Das Nachfolgemodell mit Ripsband ist eines der begehrtesten Paare heiratswilliger Männer, die zu Budapester kommen.

Auch wenn nun manchmal zum Slipper gegriffen wird: Absolut nichts zu suchen haben am Hochzeitsschuh Vorderkappen, Lochmuster (Brogues), Schnallen (Monks) oder Nieten.

Ein hochwertiger, gut gepflegter Lederschuh kommt auch noch nach der Hochzeit zum Einsatz. Der Göttergatte wird sich noch einige Male in seinem Leben in neue, tolle Anzüge werfen – sein schwarzer, klassischer Oxford überlebt wahrscheinlich drei davon!

Für die Braut ein Schuh aus Satin

Anders sieht es bei den zarten Füßen der Braut aus: sie trägt ihre Hochzeitsschuhe mit großer Wahrscheinlichkeit nur ein einziges Mal. Und doch ist der richtige Schuh zum Kleid so wichtig.

Er muss gut sitzen, fest sein und dabei zart wirken, elegant und doch mit guter Balance gefertigt sein. Flach sieht er schnell plump aus, ist er aber zu hoch, wird er am frühen Abend mit erschöpftem Gesicht in die Ecke geworfen. Da selbst feinstes Leder zu den zarten Kreationen, die die Braut umhüllen, zu wuchtig wirkt, schlüpft diese meist in einen Schuh aus Satin. Wichtig ist dabei Lederfutter, sonst schneidet der Schuh schnell ein. Auf den Weg in die Schuhläden macht sich Madame am besten nachmittags, denn da sind die Füße etwas voller als morgens und man merkt sofort, wo sie drücken, und das sollen sie bei der eigenen Hochzeit ja nun wirklich nicht.

Brautschuhe gibt es in den meisten Brautgeschäften und im gehobenen Schuhhandel, dort allerdings in kleinerer Auswahl. Am beliebtesten sind schimmernde Sling-Pumps; vorne sorgt die geschlossene Kappe für guten Halt, an der Ferse vermittelt das zarte Riemchen Leichtigkeit. Auch hier sollte auf eine helle Ledersohle geachtet werden, sonst dreht sich die Braut beim Tanzen nicht wie eine Prinzessin, sondern eher wie ein Nutztier vom Bauernhof.

Bildquelle: faziletphoto