Tipps für den Ringkauf

Tipps für den Ringkauf

So wichtig wie der Heiratsantrag selbst, ist auch die Wahl des richtigen Ringes. Doch woher kommt eigentlich die Tradition, der Verlobten einen Ring zu schenken? Und wieso besiegelt man den kirchlichen Treueschwur mit diesem Schmuckstück?

Die Form

Die Form des Rings steht für das Nichtendende. Die Liebe zueinander fließt wie in einem Kreis für immer vom einen zum anderen. Ein verbundenes Paar von Ringen ist heute auch ein verbreitetes Symbol der Ehe – verschlungene Ringe können nicht getrennt werden, ohne sie zu beschädigen und ähneln überdies dem neuzeitlichen Symbol für Unendlichkeit (∞).

Die Geschichte des Traurings

Der Ring ist im Grunde die Urform des Schmucks. Die ältesten bekannten Ringe, wie die Fingerringe aus Mammutelfenbein, die im tschechischen Pavlov gefunden wurden, sind mehr als 21.000 Jahre alt. Ursprünglich wurden die Schmuckstücke etwa aus Knochen hergestellt, später auch aus Metallen und Glas. Die Bedeutungen, die Ringe im Laufe der 

Geschichte erlangten, waren vielfältig. So dienten der Oberschicht traditionell Siegelringe als Ausdruck der Macht.

In der Kirche sind Ringe Zeichen des religiösen Standes und symbolisieren die Bindung an Christus. Der Trauring war bereits in der Antike bekannt. Er erlangte Bedeutung als Zeichen der Bindung bei der Verlobung bzw. Eheschließung und fand sich bei Römern wie bei Ägyptern nur am Finger der Braut. Sinnbild der Treue und Beständigkeit in der christlichen Kirche wurde der Ehering seit Papst Nikolaus I. (um 850). Seit dem 13. Jahrhundert gehört der Trauring fest zum kirchlichen Trauritus. Und wie sagen so viele bei ihrem Ehegelöbnis? „Trage diesen Ring, als Zeichen unserer Liebe und Treue.“

Wer trägt ihn wo?

Der Brauch, den Trauring am vierten Finger, dem Ringfinger, zu tragen, hat sich bis heute erhalten. Während es in Deutschland, aber auch in Österreich üblich ist, den Trauring an der rechten Hand zu tragen (und vorher den Verlobungsring auf der linken Seite), ist es in vielen westlichen Ländern genau umgekehrt. Schon die alten Ägypter und auch die Römer trugen den Trauring am Ringfinger der linken Hand, da man davon ausging, dass die „Vena amoris“ (lat. Liebesader), direkt vom Herzen zu diesem Finger führte. Aus eben diesem Grund sollen die Deutschen ihren Ring rechts tragen, da bei den Germanen die Liebesvene vom rechten Ringfinger zum Herzen führte. Ein weiterer Erklärungsansatz findet sich im christlichen Glauben. Ein Bibelzitat (Exodus 15.6) besagt: Die rechte Seite steht für das Gute und soll Glück bringen.

Verlobung und Trauung – zwei Anlässe, zwei Ringe?

Hierzulande trugen vor den 1950er-Jahren Mann und Frau meist einen schlichten Verlobungsring. Dieser wurde später von der einen an die andere Hand gesteckt und somit zum Ehering. Natürlich können Verlobungsringe zugleich Eheringe sein, diese Entscheidung trifft jedes Paar für sich. Heute trägt jedoch meist nur die Frau einen Verlobungsring. Und dieser fällt in der Praxis auch oft aufwendiger aus als der spätere Ehering.

Wie findet MANN den richtigen Verlobungsring?

Verlobungsringe werden vom Mann gekauft – das ist in den allermeisten Fällen nun einmal so. Abgesehen davon, dass dieser sich vorher die Ringgröße seiner Liebsten einprägen muss (einfach ein passendes Exemplar aus der heimischen Schmuckschatulle mitbringen), empfiehlt es sich, genau darauf zu achten, welchen Schmuck die Zukünftige sonst gern trägt.

Gitta Gräfin Lambsdorff hat Tipps, wie man auf der Suche nach dem geeigneten Modell möglichst alles richtig macht: „Bei gemeinsamen Spaziergängen kann man durch Window-Shopping sehr viel in Erfahrung bringen“, sagt die deutsche Tiffany-Chefin. Die Reaktion auf Werbung in Zeitschriften könne ebenso hilfreich sein wie der Bericht über den Verlobungsring einer Celebrity. Natürlich riefen meist auch die Ringe von Freundinnen, die bereits verlobt sind, Reaktionen hervor. Wer trotzdem unsicher sei, könne einfach eine weibliche Ratgeberin mitnehmen.

Besonders unter Druck scheint der amerikanische Mann beim Ringkauf zu stehen: „In den USA gibt es eine Regel: der Wert des Ringes sollte drei Monatsgehältern des Mannes entsprechen“, sagt Gitta Lambsdorff. „Hier in Deutschland gibt es keine Regel, da entscheidet der Mann selbst, was ihm dieser wichtige Ring wert ist.“ Die erste Übergabe eines Verlobungsringes mit Diamant geht übrigens auf das Jahr 1477 zurück, als sich Erzherzog Maximilian I. von Habsburg mit Maria von Burgund verlobte.

Gemeinschaftsprojekt Trauring

Der Kauf der Eheringe ist anders als beim Verlobungsring meist ein gemeinschaftliches Projekt, das gern am Wochenende in Angriff genommen wird. Das Design war selten so vielfältig wie heute, doch egal welche Form oder Farbe das Schmuckstück hat – gemein ist den glänzenden Symbolträgern, dass sie aus Edelmetallen sind, die ein Leben lang halten sollen. Während nicht wenige der Meinung sind, ein Trauring habe Gold zu sein, wählen diejenigen, die die Farbe Silber vorziehen, Weißgold oder Platin. Und wer es ganz individuell liebt, kann sich seine Ringe nicht nur nach eigenem, Entwurf schmieden lassen, sondern sogar selbst anfertigen. Spezielle Trauringkurse bieten zum Beispiel die „Hobbygoldschmiede“ (www.hobbygoldschmiede.de) in Altona an – in den verschiedenen Werkstätten des Betriebes nutzen bundesweit jährlich 2000 Paare diese Möglichkeit. Da die Frau heute üblicherweise den Ehering (als Vorsteckring) zusammen mit dem Verlobungsring trägt, ist es wichtig, dass beide auch zueinander passen. Wäre ja auch zu schade drum!

Besondere Formen und Inschriften

Schon in antiken römischen Ringen lässt sich das poetische Versprechen „Pignus amoris habes“ – „Du hast meiner Liebe Pfand“ nachlesen. Schöner Brauch im 15. und 16. Jahrhundert: jeder Verlobte trug bis zur Trauung ein Exemplar eines Zwillingsringes. Am Hochzeitstag wurden diese wieder zusammengefügt und die Braut trug den Zwillingsring als Ehering. Die zunehmenden handwerklichen Fähigkeiten der Goldschmiede zeigten sich auch in der Gestaltung der Verlobungs- und Trauringe: um 1600 wurden ineinander liegende Hände beliebt, später dann – wie könnte es anders ein – Herz-Motive. Derartig gestaltete Ringe sind heute eher selten, dafür gehört die Gravur von Inschriften und Symbolen meist dazu. Nicht übermäßig romantisch, dafür klassisch: der Name des Partners sowie das Datum der Hochzeit in der inneren Ringschiene.

Standesamt oder Kirche – wann werden die Ringe getauscht?

Die Evangelische Kirche rät, das Thema Ringwechsel direkt im Traugespräch anzusprechen, da der Ringwechsel sowohl bei der standesamtliche Trauung als auch im Gottesdienst möglich sei. Die Eheleute sollten sich für eine Möglichkeit entscheiden. Fällt die Wahl auf die Kirche, dann legt der/die Pastor/in die Ringe zu Beginn des Gottesdienstes auf den Altar und bittet Gott, die Ehe zu segnen. Die katholische Kirche sieht den Ringwechsel erst im Gottesdienst vor, da als Ehebeginn erst der kirchliche Eheschluss angesehen wird.

Jüdische Trauung

Auch im Judentum kennt man einen Hochzeitsring, dieser wird rituell genutzt: ohne ihn gilt die Ehe nicht. Während der Trauung wird er der Braut an den Zeigefinger der rechten Hand gesteckt, später kann dieser woanders getragen werden. Es gibt Rabbiner, die das Tragen eines Ringes auch durch den Mann als Zeichen gegenseitiger Anerkennung befürworten.

Berühmte Verlobungsringe

Herzogin von Windsor, Wallis Simpson
Grace Kelly & Prince Rainier III

Bildquelle: shutterstock.com – aphichato