Der passende Brautstrauß

Bereits im Mittelalter hielt die Braut bei der Trauung einen Blumenstrauß im Arm. Damals sollte der Duft der Blumen die Dame des Herzens davor bewahren, ohnmächtig zu werden – denn Wasser galt als gefährlich und die Menschen rochen deshalb bekanntermaßen alles andere als frisch. Das versuchte man mit Weihrauch en masse zu übertünchen, sodass in der Kirche oft regelrecht „dicke Luft“ herrschte. Der intensive (Rosen-)Duft  des Brautstraußes schmückte also nicht nur die Braut sondern sorgte auch für eine reibungslose Trauzeremonie.

Welche Blume bedeutet was?

Auch heute noch heiratet keine Frau ohne Brautstrauß, und wenn die Feier noch so klein ausfällt. Blumen sind ein Zeichen der Liebe, auch wenn das Wissen um die Symbolik der Blumensprache weitgehend verloren gegangen ist. Der Spruch „etwas durch die Blume sagen“ weist auf die wortlose Kommunikation hin, die früher üblich war. Rote Rosen stehen nach wie vor für leidenschaftliche Liebe, doch gelbe bedeuten Neid und Eifersucht. Auch Myrte und Chrysantheme bringen Liebe zum Ausdruck, die Nelke sogar die „reine“ Liebe. Das allerdings nur, wenn sie nun gerade nicht rot ist, denn das heißt Herzensleid, während gestreifte Nelken Zurückweisung bedeuten.

Traditionell wird der Brautstrauß vom Bräutigam besorgt, dem seine zukünftige Schwiegermutter dabei zur Seite stehen kann. Die Braut bekommt den Strauß erst beim Einzug in die Kirche in den Arm gelegt. Möchte der baldige Göttergatte dabei neben seinem Liebesbeweis seine tiefe Bewunderung ausdrücken, hat er vielleicht Narzissen in den Strauß binden lassen. Eine exotische Ananasblüte steht für die Vollkommenheit der Braut, Efeu heißt Treue. Eine „Antwort“ in Form einer Aster (zum Anstecken) bedeutet Gleichklang der Gefühle – beste Voraussetzung für eine lange und glückliche Ehe!

Die Königin der Blumen

Die Rose ist jedoch immer noch die Königin aller Blumen und wird für den Brautstrauß am allerliebsten genommen. Ein klassischer Brautstrauß ist ein sehr fest gebundener Strauß in Form einer Halbkugel, bei dem Blüte an Blüte steht. Im Frühling und Sommer werden am liebsten Freilandrosen aus der Gegend gewählt und im Herbst und Winter Rosen und Christrosen, die dann aus Holland oder Übersee stammen. Als Besonderheit kommt manchmal eine kleine exotische Orchidee oder Calla hinzu. Einen „Armstrauß“ möchten immerhin 20 Prozent der zukünftigen Ehefrauen. Das ist ein langstieliger Strauß, der etwas lockerer gebunden wird und, wie der Name schon sagt, auf den Arm gelegt wird.

Der Brautstrauß wird auf das Kleid der Braut abgestimmt, farblich und formal. Trägt die Braut ein kurzes 1960er-Jahre-Kleid, wirkt ein kleiner, runder Kugelstrauß toll. Zum Kleid mit langer Schleppe ist ein Armstrauß perfekt.

Nicht nur die Braut trägt Blumenschmuck

Blumen gehören zur Hochzeit dazu. Der Strauß für die Braut als wichtigster Punkt beeinflusst dabei maßgeblich den weiteren Blumenschmuck: den der Brautjungfern, den der Streukinder, den des Brautvaters und den der Trauzeugen. All diese Menschen bekommen kleine Blumengebinde zum Anstecken, die Streukinder Blumenkränze auf den Kopf. Viele Paare möchten die Kirche schmücken, den Raum für den Sektempfang, den Saal für die große Feier – und nicht zuletzt „die Kutsche“, den Hochzeitswagen. Dabei stimmen Floristin oder Florist die Dekoration jeweils auf den Rahmen und auf den Brautstrauß ab. Bei langen Tafeln werden jeweils zwischen zwei Gedecke in die Mitte des Tisches kleine Vasen mit drei bis fünf Blüten gestellt. So haben alle etwas davon und werden nicht in der Kommunikation behindert.

Ein zweiter Strauß zum werfen

Wie hoch kalkuliert man das Budget für Braustrauß und Blumenschmucke ein? Ein Brautstrauß kostet durchschnittlich 60 Euro. Wer jetzt allerdings eine richtig aufwändige Hochzeit feiert und dabei noch Kirchenbänke und Altar, Empfangsraum,  Festsaal im Schloss und Brunchcafé mit passendem Blumenschmuck dekorieren möchte, kann auch auf 10.000 Euro kommen. Das ist jedoch die absolute Ausnahme.

Das Gegenteil, die Supersparvariante für die unkonventionelle Hochzeit, kostet nur ein paar Euro und eine halbe Stunde Zeit: anstatt des Straußes werden eine Handvoll Blumen auf eine weiße Tasche gesteckt, die die Braut in der Hand hält. Das ist aber genauso wenig die Regel wie die Hochzeit, bei der Geld keine Rolle spielt.

Der Brautstrauß wird den ganzen Tag über nicht aus der Hand gegeben. Erst zu später Stunde versammelt die zukünftige Gattin ihre unverheirateten Freundinnen, Schwestern und Cousinen hinter sich und wirft das duftende Gebilde in die Menge – doch oftmals nicht ganz das Original, sondern den etwas kleineren „Wurfstrauß“. Denn der echte, einzigartige, wunderschöne Brautstrauß will aufbewahrt werden. Auch wenn die Blumen durch das Trocknen nicht gerade schöner werden. Viele Bräute hängen den Strauß kopfüber auf und hoffen auf einen tollen Strauß aus Trockenblumen; da die Brautsträuße aber so fest und dicht gebunden werden, klappt das mit dem durchgehenden Trocknen nicht immer.

Autor: shutterstock.com | Antonenko Anton
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